Die Chronik des Blasmusikvereins Oranienburg e.V.

1.Mai 1964

Der Stellvertretende Direktor der Kreismusikschule Oranienburg, Georg Neumann, bekam 1964 den Auftrag zur traditionellen Demonstration am 1. Mai, eine Marschmusikformation zu stellen. So paradierten 20 Musiker, vornehmlich Lehrer der Musikschule und fortgeschrittene Schüler an diesem Feiertag mit ihren Instrumenten durch unsere Kreisstadt. Die Geburtsstunde des heutigen Blasorchester Oranienburg hatte somit geschlagen. Die Musiker trafen sich auch danach aus Spaß an der Sache wöchentlich unter der Leitung des blasmusikbesessenen „Schorsch“ Neumann und bildeten in kurzer Zeit einen niveauvollen Klangkörper. Vorerst traten sie unter dem Namen „Blasorchester der Musikschule Oranienburg“ auf. 1966 wurde das Orchester der Volkspolizei als „Kampfgruppenorchester“ unterstellt. Das bot den Vorteil, dass es materiell abgesichert war. Heute würde man von einem Hauptsponsor sprechen.

 

 

 

Durch das Engagement und die Kompetenz des Dirigenten stellten sich bald künstlerische Erfolge ein. 1969 wurde das Orchester erstmalig mit dem Titel „ Hervorragendes Volkskunstkollektiv “ ausgezeichnet. 1972, 75, 78, 81 und 84 konnte es diesen Titel wiederum erspielen. Zu den Arbeiterfestspielen 1971 in Leipzig, 1978 in Suhl und 1982 in Neubrandenburg wurden die Musiker mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Das Orchester war mit der Zeit auf etwa 40 Mann angewachsen. 1979 wurde den Musikern der Theodor-Fontane-Preis, die höchste Auszeichnung des Bezirkes Potsdam für Künstler, zuerkannt und 1987 erhielten sie den Ehrenpreis des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR. Seine erste Auslandstournee unternahm das Orchester 1975 mit einer Reise nach Polen. Zu einem besonderen Höhepunkt entwickelte sich zwei Jahre später die Teilnahme am traditionellen „Frantisek Kmoch Festival in der böhmischen Stadt Kolin. Neben den besten 19 tschechischen Blaskapellen und Gastorchestern aus Armenien, Polen und Bulgarien konnten sich die Oranienburger bravourös behaupten. In einem dazu in der Zeitung veröffentlichen Reisebericht schrieb „Schorsch“ Neumann: „Während des Großkonzertes, das etwa 1200 Musiker vereinigte, erhielt ich den ehrenvollen Auftrag, die Komposition Czeska Muzika von Frantisek Kmoch zu dirigieren. Dass ich einmal so ein Riesenorchester leiten würde, hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt“.

1982

1983 

1989

Nach der politischen Wende 1989 hatte das so genannte Kampfgruppenorchester seine finanzielle Basis verloren und musste sich auf eigene Füße stellen. Unter Leitung von Georg Neumann wurde eine Satzung entworfen und das Orchester als Verein 1991 ins Register eingetragen. Zum Vorsitzenden wurde Waldemar Meier gewählt. Im Jahr 2000 übernahm Rainer Gödde die Leitung, seit 2015 lenkt Christine Narewski die Geschicke des Vereins.

Neben den nun vom Verein jährlich selbst veranstalteten Konzerten, erfolgten auch Auftritte in der Partnerstadt Hamm und in der beliebten ARD-Fernsehsendung „Kein schöner Land“.


Nach dem unerwarteten Tod Georg Neumanns, der 32 Jahre den Dirigentenstab geschwungen hatte, übernahm der international bekannte Komponist Klaus-Peter Bruchmann aus Borgsdorf kurzzeitig die Führung.

Durch das Dirigat von Klaus-Peter Bruchmann konnte ein drohendes Auseinanderfallen des Orchesters verhindert werden. Bruchmann war damals und bis zu seinem Tode dem Orchester freundschaftlich verbunden und wurde zum Ehrenmitglied des Vereins. Zu seinem 75. Geburtstag 2007 und seinem 80. im Herbst 2012 bedankten sich die Musiker und Musikerinnen mit Sonderkonzerten mit seinen Kompositionen bei ihm, die in der ganzen Bundesrepublik Aufmerksamkeit erzielten.

Der Verein konnte dann seinen ersten Klarinettisten Bert Uerkvitz überzeugen, die Leitung zu übernehmen. Er musste jedoch aus beruflichen Gründen den Stab bald wieder abgeben. Danach wurde der Berliner Trompeter Klaus-Ulrich Robbin als Dirigent gewonnen, der erfolgreich das Orchester in ruhiges Fahrwasser brachte und es bis zum Jahr 2000 dirigierte. Unter ihm erfolgten Gastspiele in Altburg (Schwarzwald) und Offenbach-Heusenstamm, Berlin und Wolgast/Usedom.

1998

1998 

1999

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Als Glückfall erwies sich dann die Einstellung des Berufsmusikers Rolf-Peter Büttner, der schon als jugendlicher Musikschüler (Trompete) 1964 bei der Gründung des Orchesters dabei war. Durch seine kontinuierliche Arbeit mit den Musikerinnen und Musikern erfuhr das Orchester einen spürbaren künstlerischen Aufschwung.

Die Konzerte in der Heimatregion sind stets gut besucht und auch die beiden Auftritte im Niederländischen Vught (Partnerstadt Oranienburgs) sowie in Melnik waren erfolgreich.
Erfreulich und weiter wünschenswert ist das gemeinsame Musizieren der gestandenen Orchestermusiker in Konzerten mit dem Nachwuchs aus den Musikschulen Hennigsdorf und Oranienburg. Regelmäßig beteiligte sich das Orchester an Leistungswettbewerben und errang 2012 den 1. Platz des Landes Brandenburg.

2000 

2002 

 

Unter dem Titel „Facetten der Blasmusik“ spielten die Oranienburger 2005 ihre erste CD ein, eine zweite gesellte sich als Livemitschnitt dazu. Die dritte CD mit dem Titel „Konzertantes“ wurde im Frühjahr 2017 im FEZ in der Wuhlheide eingespielt und konnte zu Weihnachten 2017 fertiggestellt werden. Alle CDs demonstrieren die Vielfalt sinfonischer und traditioneller Blasmusik und auch die künstlerische Arbeit Rolf-Peter Büttners mit dem Orchester.

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2006 

2009

In unserem Neujahrskonzert im Februar 2018 wurde Rainer Gödde von der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände für 25 Jahre besondere Verdienste an der Blasmusik ausgezeichnet. Rainer war von 1993 bis 2018 im Vorstand des Blasmusikvereins tätig, von 2000 bis 2015 als Vorsitzender.

Rainer 1

Rainer 2
 

Rainer 3

Nach 18 Jahren als Dirigent des Blasorchesters gab Rolf-Peter Büttner am 7. Oktober 2018 in der Oranienburger Nicolaikirche sein Abschiedskonzert. Die Stilvielfalt, die das Orchester unter der Leitung Büttners gewinnen konnte, spiegelte sich auch in diesem Wunschkonzert wider. Neben traditioneller Polka erklangen auch keltische Flötenmusik, lateinamerikanische Rhythmen, Bernsteins West Side Story, Klaus-Peter Bruchmanns „Concertino für Cello“ und der 2. Satz aus dem Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert.

Den Taktstock übernimmt nun Sven Schilling.

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